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FORUM DER PSYCHOSYNTHESE


Ein persönlicher Bericht zum 8. Forum der Psychosynthese
 „Dreh Dich nicht um, der Zeitgeist geht um“
1.-3. Oktober 2010
von Sabine Kieslich und Michaela Tiedemann.


Das Forum 2010 – ein hoffnungsvoller Ausblick in die Zukunft

Zum Jahreswechsel haben wir beide an einer Meditation teilgenommen. Auf die Frage, welche Ereignisse uns im letzten Jahr am meisten beeindruckt haben, erschienen zwei Bilder: das Wort „hoffnungsvoll“ und das 8. Psychosynthese Forum 2010 in Überlingen. Ja, irgendwie war es das Highlight des Jahres 2010.

„Dreh dich nicht um, der Zeitgeist dreht um“. Wir waren gespannt. Diesmal keine Workshops? Nur das Thema „Zeitgeist“? eine Spannung, ja fast eine gewisse Bangigkeit lag in der Luft.
Das Kinderspiel „Dreh dich nicht um, der Fuchs geht um…“ am Anfang, mit dem Karl-Heinz einführte, nahm dem Thema etwas die Schwere. Und stellte doch die Frage: Wer ist dieser Zeitgeist, der uns überlistet, austrickst und dann etwas hinter uns fallen lässt, das wir möglichst schnell wieder loswerden möchten. Denn zweifellos ist da etwas Bedrohliches, das verunsichert und auch Angst macht. Das Ungewisse, Unbekannte, die Zukunft – mit der galt es sich jetzt anzufreunden, ihr Wesen zu erfassen. – Aber wie?

Nachdem wir uns noch einmal die Gesetzmäßigkeiten des Coronaprozesses vor Augen geführt hatten, sammelten wir die anliegen in Bezug auf den Zeitgeist. Fünf Themen wurden herausgefiltert, die in Gruppen näher beleuchtet werden sollten. Was uns beide am meisten angezogen hat, war das Thema “Handeln oder sich dem Höheren Selbst anvertrauen?“ oder in der etwas derberen Übersetzung: „Arsch hoch oder Beine hoch?“
Gut, und wie geht man da jetzt heran? Es kam der Gedanke, zu dieser  Frage eine Aufstellungsarbeit zu machen: Der Zeitgeist als Thema zuerst. Darauf meldetet sich ein Getriebener, der die positive Seite eben dieses getrieben seins kennenlernen wollte. An seine Seite gesellte sich die Multi-Media-Jugend, als wichtiger Ausdruck unserer Zeit. Ebenso die Wirtschaft, die dem Höheren Zeitgeist gegenübergestellt wurde. Nun fehlte das „Gegengewicht“. Eine Frau trat hinzu, die sich als mütterlich, weibliche Kraft herausstellte. Doch auch das reichte noch nicht aus, für ein harmonisch ausgewogenes Energiefeld. Also noch eine Person dazu. Später stellte sich heraus, dass sie die vitale Lebenskraft darstellte. Nach einigem Hin- und Herrücken formierte sich ein großes Kreuz. In der Achse der Höhere Zeitgeist und die Wirtschaft. Rechts vom Zeitgeist der Getriebene, der sich mittlerweile als Suchender entpuppt hatte, neben der Multi-Media-Jugend in ihrem unbeschwerten Wesen. Den beiden gegenüber die weibliche, mütterliche Urkraft und junge, lebendige Kraft. Raum dazwischen. So stimmte das Ganze, fühlte sich gut an.
Im kleinen Kreis gab jeder noch einmal seine Erfahrungen dazu, um das Bild abzurunden, das dann der großen Gruppe präsentiert wurde und zum „Mitspüren“ einlud. Wir haben beide die Energie jedes Einzelnen in diesem Bild in uns aufgenommen. Eine enorm starke, aber dabei sehr vitale Energie, die im Raum dazwischen ein großes Gefühl von Vertrauen, Zukunft und Zuversicht vermittelte. Und daraus formierte sich dieses Wort „hoffnungsvoll“.

Einen tiefen Eindruck hat die Vorstellung der einzelnen Gruppen hinterlassen, die ihre Erfahrungen aus deren Gruppenarbeit am Samstag präsentierten. Insbesondere das Tönen, mit dem die letzte Gruppe ihre Empfindungen zum Zeitgeist ausdrückte. In dieses Tönen stimmten nach und nach alle ein und das großartige „Dach“ mit der Öffnung nach „oben“, das sich schützend über uns ausbreitete, wurde körperlich spürbar. Tiefe Dankbarkeit, Zugehörigkeit, Trost, Geborgenheit, Mut, Kraft, unendliche Weite, ja und Hoffnung machten sich breit. Mit dem Liedvortrag von Gitte zum Abschluss hatte die ganze Atmosphäre schon fast etwas Heiliges. Und so gingen wir dann auch auseinander. Man wagte kaum aufzutreten, verabschiedete sich ruhig, um diese „heilige Stimmung“ nicht zu stören.

„Dreh dich nicht um, der Zeitgeist geht um“ – es war ein Experiment. Ein Angebot, sich gemeinsam dem Thema zuzuwenden, sich gegenseitig zu inspirieren, Ideen zu sammeln, Mut zum Handeln zu tanken und unsere Zuversicht, etwas bewegen zu können zu stärken.

Für uns ist das gelungen und wirkt nach. Im ganz persönlichen Umfeld, aber vor allem auch in unserer Arbeit. Wir haben uns eine Aufgabe gestellt, Menschen in Ihrer Eigenverantwortlichkeit und der „Selbst-Gestaltung“ eines sinnvollen Lebens und einer sicheren Existenz zu unterstützen. Ein Projekt 2011 widmet sich ganz konkret der Unterstützung von Kindern und Familien. Und wir nähern uns dem Thema und den Lösungen dafür auch im Corona-Prozess. Wir sind dankbar, dass wir an diesem Forum 2010 der Psychosynthese teilnehmen durften. Es war Inspiration und auch Bestätigung dafür, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Dem der Bewusstseinsbildung und des Handelns.. Wir freuen uns auf Euch alle im nächsten Jahr. Und hey: Willkommen Zukunft!

Sabine Kieslich und Michaela Tiedemann, Lindau/Bodensee

 

 
  © www.psychosynthesehaus.de 2013